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Virtual Hollywood II – Instagram – Der Selbstversuch

Virtual Hollywood II – Instagram – Der Selbstversuch

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Mode von OhApril oder Farina Opoku, Make-up von Kisu… In letzter Zeit schießen neue Make-up-, Pflege- und Modemarken förmlich aus dem Boden. Und wer steckt hinter diesen Innovationen? Natürlich,…Influencer! Was anfangs noch zur Unterhaltung betrieben wurde, hat sich inzwischen zu einer ernstzunehmenden Marketingstrategie entwickelt.

Erreicht werden auf Instagram mit Produktplatzierungen und Ads vor allem Millenials – auch genannt Generation Y. Doch was nach einem easy Job klingt bedeutet eigentlich viel Arbeit und ebenso viel Theorie wie Praxis.

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CARO DAUR – UNTERNEHMERIN ODER MODEL

Bildschirmfoto 2018-08-30 um 10.44.32

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Caro Daur, eine der inzwischen wohl bedeutendsten Influencer auf Instagram überholt mit ihren aktuell 1,6 Mio. Followern sogar Topmodels wie Toni Garrn (1,2 Mio. Follower). Die 23-jährige studierte BWL und hat sich über die Jahre ein breites Netzwerk und eine große Fangemeinschaft auf Instagram aufgebaut, sodass sie sich heute komplett auf ihren Job als “Influencerin” konzentrieren kann. Dabei sagt sie in einem Interview von Iconist über die häufig negativ besetzte Berufsbezeichnung: “Vor allem würde ich mir wünschen, dass der Begriff „Influencer“ neu definiert wird. Für mich ist das eine Schublade, die man schnell mal aufgemacht hat, als es darum ging, ein Berufsfeld für Social-Media-Stars zu erschaffen. Letztlich sagt die Bezeichnung jedoch nur aus, dass jemand Reichweite besitzt, aber nicht welche Werte, Qualitäten oder welche Meinung er hat.”

 

Was Caro Daur damit sagen möchte: Influencer zu sein bedeutet nicht nur Partys, Klamotten und Spaß. Es steckt tatsächlich harte Arbeit hinter einem Instagram-Profil wie ihrem, vor allem wenn dabei die eigenen Meinungen und Werte im Vordergrund stehen sollen.

Ich wage den Selbstversuch und überlege mir wie ich mein Instagram Profil verbessern kann um an eines wie ihres heranzukommen, schließlich kann das doch nicht so schwer sein… oder doch?

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TRAUMJOB INFLUENCER?

Bildschirmfoto 2018-08-30 um 10.47.15

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Angefangen mit den Fotos. Und da offenbart sich mir schon das erste Problem. Meine Kamera ist eindeutig schon in die Jahre gekommen und die Bildqualität bei weitem nicht so gut wie ich sie in Erinnerung hatte. Ich entschließe mich dazu den Versuch trotzdem zu wagen. Doch da tauchen direkt das zweite und dritte Problem auf: 1. Ich brauche jemanden der mich fotografiert (für eine einmalige Sache kein Problem, doch langfristig gesehen definitiv etwas, dass man planen muss) und 2. Gibt es überhaupt etwas, dass mich interessiert, es wert ist fotografiert zu werden und gleichzeitig noch andere Menschen begeistert? Man muss also eine Art Trendsetter sein, Gespür für Neues haben und das Interesse daran in den Vordergrund stellen um möglichst authentisch zu bleiben. Ich entscheide mich für Essen. Denn wenn es etwas gibt wo mir keiner etwas vormachen kann, dann sind es Burger & Co. Also geht es mit meiner besten Freundin in mein Lieblingsrestaurant. Nachdem das Essen bestellt ist überlege ich mir direkt mögliche Posen und Perspektiven. Mein Outfit ist natürlich mit Bedacht gewählt, wenn auch lange nicht so glamourös wie bei Caro. Als das Essen endlich da ist geht es los… Posen, Posen, Posen…

Nach einer gefühlten Ewigkeit und Dutzenden von Fotos bin ich endlich zufrieden und kann mein (inzwischen kaltes) Essen genießen.

 

Wieder Zuhause angekommen geht es ans Auswerten und Bearbeiten der Bilder. Womit ich vor dem nächsten Problem stünde. Welches Bearbeitungsprogramm? Soll ich tatsächlich Photoshop dafür kaufen? Fragen über Fragen und so langsam bin ich mir nichtmal sicher ob mein Essenskonzept überhaupt ankommt. Schließlich ist die Konkurrenz ziemlich groß.

Nachdem ich mich schlussendlich doch für Photoshop entschieden habe und keine 30 Minuten später wutentbrannt meinen Laptop anbrülle, da die ganzen Tools und Filter nicht das machen was ich will, gebe ich es auf.

 

Für mich haben sich alleine bei der Frage nach dem Konzept und dem Versuch ein professionelles Bild zu machen schon so viele Fragen ergeben, dass ich einsehen muss: Influencer sein bedeutet definitiv ein Allrounder-Talent zu sein. Vom Zeit- und Personenmanagement über Fotografie- und Bearbeitungsskills bis hin zu Rechten & Rechnungen… Das Experiment zeigt mir, dass man sich in vielen Bereichen auskennen und viel Zeit investieren muss um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Abgesehen von den ganzen Events, Instagram-Stories, Büroarbeit, Flügen etc. kann ich mir jetzt schon vorstellen, dass “Influencer” kein leichter Job ist.  

 

Obwohl ich bereits aufgegeben habe, schaue ich mir noch die Instagram-Story von Caro Daur an. Sie ist gerade am Flughafen und fliegt zur nächsten Launch-Party. Unterwegs wird natürlich heftig geknipst und gedreht. Wie gut dass ich da nicht mithalten muss, ich liege nämlich inzwischen im rosanen Plüsch-Onesie mit Chips auf dem Sofa.

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Marina Reese

Written by: Marina Reese

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